Die Immobilienprofis an der Mosel

VG Koblenz: Mehrfamilienwohnhaus am Friedrich-Ebert-Ring ...

Verwaltungsgericht Koblenz
VG Koblenz: Mehrfamilienwohnhaus am Friedrich-Ebert-Ring in Koblenz darf verwirklicht werden

Pressemitteilung Nr. 13/2015

Der Klägerin gehört ein Grundstück am Friedrich-Ebert-Ring in Koblenz, das mit einem 6-geschossigen Wohnhaus bebaut war, welches derzeit abgerissen wird. Nachdem sie bereits verschiedene Versionen des Bauvorhabens erfolglos zur Genehmigung gestellt hatte, beantragte sie den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit neun Wohnungen und einer Firsthöhe von ca. 22 m sowie einer Traufhöhe von ca. 19 m. Nach den Antragsunterlagen sind ein Erdgeschoss, fünf Obergeschosse sowie zwei Dachgeschossebenen vorgesehen, wobei die straßenseitige Dachtraufe etwa bis zur Mitte der unteren Dachgeschossebene reichen soll. Auf einer zweiten Dachgeschossebene soll ein leicht zurückgesetzter, halbkreisförmiger Aufbau errichtet werden. Die Stadt Koblenz lehnte den Bauantrag ab, da das geplante Gebäude in der Umgebung kein Vorbild habe. Daraufhin erhob die Eigentümerin zunächst Widerspruch und in der Folge Klage, die Erfolg hatte.

Das Vorhaben, so die Koblenzer Richter nach einer Ortsbesichtigung, sei zuzulassen. Es füge sich in die nähere Umgebungsbebauung entlang des Friedrich-Ebert-Rings ein. Dies gelte zunächst im Hinblick auf die geplante Gebäudehöhe, auch wenn die First- und straßenseitige Traufhöhe des genehmigten Gebäudes ca. 1 m über den entsprechenden Höhenmaßen der sich unmittelbar anschließenden Nachbargebäude lägen. Die Bebauung entlang des Friedrich-Ebert-Rings werde auch durch höhere Gebäude geprägt. Die maßstabsbildende Bebauung weise zudem ein im Dachbereich heterogenes Erscheinungsbild auf. Ein Rahmen im Sinne einer vorherrschenden Dachlandschaft mit Satteldächern sei nicht auszumachen gewesen. Zudem löse das Vorhaben weder bodenrechtlich relevante Spannungen aus noch beeinträchtige es das Stadtbild. Für diese Bewertung habe die Lage des geplanten Gebäudes innerhalb der Kernzone des Welterbes Oberes Mittelrheintal keine Bedeutung.

Gegen diese Entscheidung können die Beteiligten die Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz beantragen.

(Verwaltungsgericht Koblenz, Urteil vom 16. April 2015, 1 K 999/14.KO).